Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zukünftig Behandlung der Herzinsuffizienz durch Einsatz von Muskelstammzellen?

Illustration Herz
© abhijith3747 / Fotolia

Eine neue Studie untersucht einen wegweisenden Ansatz zur Behandlung der Herzinsuffizienz. Mit Hilfe eigener Muskelstammzellen der Patienten, haben Forscher erfolgreich die geschädigten Herzen behandelt – mit vielversprechenden Ergebnissen.

Ist das Herz nicht mehr in der Lage genug Blut zu pumpen, spricht man von einer Herzinsuffizienz. In Deutschland leiden im Schnitt 7 von 1000 Menschen an einer Herzinsuffizienz, bei der großen Mehrheit handelt es sich um ältere Menschen.

Eine Herzinsuffizienz kann aufgrund von Krankheiten wie koronarer Herzkrankheit, Diabetes oder hohem Blutdruck auftreten. Es kann auch durch bestimmte Verhaltensweisen, wie Rauchen, ungesunder, insbesondere zu fettreicher Ernährung oder zu wenig körperlicher Bewegung zur Herzinsuffizienz kommen.

Natürlich gibt es bereits Behandlungsmethoden, man ist mit diesen aber weit von einer idealen Behandlung der Herzinsuffizienz entfernt. Erste Eingriffe zielen darauf ab, die zugrunde liegende Ursache des Zustandes zu behandeln, wie z.B. den hohen Blutdruck. Sie zielen auch darauf ab, Symptome zu reduzieren, weitere Schäden zu vermeiden, die Lebensdauer zu erhöhen und die Lebensqualität zu verbessern.

Bestimmte medizinische Verfahren sind angebracht, wenn sich der Lebensstil des Patienten ändert und die Medikamentengabe alleine nicht mehr ausreichend ist. Hierzu gehören ein Herzschrittmacher oder einen implantierbarer Kardioverter-Defibrillator, der den Rhythmus des Herzens korrigiert, wenn dieser abzuweichen beginnt. In einigen Fällen ist eine Herztransplantation die einzige verbleibende Option, aber der Mangel an Organspendern und die Schwere der Operation macht die Transplantation zum allerletzten Ausweg.

Behandlungsmöglichkeiten der Herzinsuffizienz sind nicht ideal und es gibt keine gute langfristige Lösung. Auch bei der besten derzeitigen Behandlung der Herzinsuffizienz, kann diese noch immer oft tödlich enden. Die Regeneration des Herzgewebes selbst wäre eine ideale Option und obwohl dies weit hergeholt klingt, kann dies eines Tages möglich sein, zumindest wenn die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigt werden.

Die Studie wurde im Journal der American Heart Association veröffentlicht und untersucht die Verwendung von Muskelstammzellen bei der Reparatur geschädigter Herzen. Das japanische Forscherteam hatte zuvor die Vorteile der Technik an Ratten nachgewiesen.

Insgesamt wählte das Team 27 Patienten mit Herzinsuffizienz, die eine begrenzte Trainingskapazität hatten und nicht auf andere Behandlungen reagierten. Fünfzehn hatten eine ischämische Kardiomyopathie und 12 hatten eine dilative Kardiomyopathie. Diese erste Phase der Studie beinhaltete das aufbereiten sog. „Pflaster“ von Zellen aus den eigenen Oberschenkelmuskeln der Patienten. Diese „Pflaster“ („patches“) wurden dann chirurgisch auf die Oberfläche des Herz-Ventrikels geklebt.

Stammzellen werden manchmal verwendet, um vollständig körpereigenes Gewebe zu ersetzen, dass seiner Funktion nicht mehr nachkommen kann. Allerdings können Stammzellen auch dazu beitragen, Gewebe auf eine zweite Weise zu regenerieren – durch den parakrinen Effekt. Das implantierte Gewebe sezerniert Faktoren, die das alte Gewebe dazu veranlassen, sich anders zu verhalten, was in der aktuellen Studie zur Anwedung kam. Die Patches halfen dem vorhandenen Gewebe, seine Funktion wieder besser auszuführen.

Nach der Operation erlebten die Patienten keine signifikanten Komplikationen und ein Jahr nach dem Eingriff gab es messbare Verbesserungen in ihrer Trainingsfähigkeit und ihrer Herzfunktion.

Kommentar schreiben

Klicken Sie hier, um einen Kommentar zu schreiben