Ernährung Psychische Krankheiten

Zu viel Süßes kann sich beim Mann negativ auf die geistige Gesundheit auswirken

Schokolade
© Africa Studio / Fotolia

Laut einer neuen Studie ist zu viel Süßes auf Dauer nicht nur schlechte für die Zähne und das Körpergewicht, sondern erhöht bei Männern auch das Risiko an einer psychischen Störung zu erkranken.

Forscher des Instituts für Epidemiologie des Public Health University College London fanden heraus, dass Männer, die mehr als 67 Gramm Zucker täglich aus gesüßten Lebensmitteln und Getränken zu sich nahmen, im Vergleich zu Männern, die weniger zuckerhaltige Lebensmittel konsumierten, bereits nach 5 Jahren viel häufiger unter Depressionen, Angststörungen und anderen psychische Störungen litten.

Die allgemeine Empfehlung ist, dass nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Gesamtkalorien aus Zucker, der zu Lebensmitteln und Getränken während der Herstellung hinzugefügt wurde, stammen sollte. Schokoladen, Kekse usw. sollten also keinesfalls zu häufig oder gar täglich konsumiert werden.

Generell kann der Konsum von zu viel Zucker das Risiko von zahlreichen gesundheitlichen Problemen, einschließlich Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2, Herzerkrankungen und Karies erhöhen.

Bisherige Studien haben auch darauf hingewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen hoher Zuckeraufnahme und einem erhöhten Risiko für Depressionen geben kann. Die Forscher konnten damals jedoch nicht ausschließen, dass der erhöhte Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln selbst eine Folge einer psychischen Erkrankung oder eines allgemein schlechten psychischen Zustandes war.

Mit ihrer Forschungsarbeit versuchten die Wissenschaftler deshalb besser zu verstehen, inwiefern der Konsum von süßen Lebensmitteln die Entwicklung von psychischen Störungen beeinflussen könnte.

Dazu wurden die Daten aus einer anderen großen Langzeitstudie mit 10,308 Teilnehmern (66,9 Prozent davon waren Männer) analysiert, wobei die Teilnehmer in der ersten Phase der Studie zwischen 35 und 55 Jahre alt waren.

Über 22 Jahre hatten Teilnehmer zu mehreren Zeitpunkten Fragebögen zu ihrer Ernährung und Lebensgewohnheiten ausgefüllt. Die Forscher nutzten Informationen aus diesen Fragebögen, um die tägliche Zuckeraufnahme der Teilnehmer aus 15 gesüßten Speisen und Getränken, einschließlich Süßgetränke, Kuchen, Kaffee usw., zu berechnen. Zudem konnten sie daraus auswerten, welche Teilnehmer zu welchem Zeitpunkt angaben unter psychischen Störungen wie z.B. Depressionen zu leiden.

Im Vergleich zu Männern, die die geringste tägliche Zuckeraufnahme (unter 39,5 Gramm täglich) vorweisen konnten, war die Gruppe der Männer mit der höchsten Zuckeraufnahme (mehr als 67 Gramm täglich), einem um 23 Prozent erhöhten Risiko ausgesetzt, innerhalb von 5 Jahren eine psychische Erkrankung zu entwickeln.

Dieser Befund blieb auch nach der vollständigen Bereinigung von möglichen Störfaktoren, wie soziodemografische Faktoren, Vorerkrankungen etc..

Bei Frauen konnte nur ein Zusammenhang zwischen erhöhter, täglicher Zuckaufnahme und Stimmungsstörungen abgeleitet werden, aber nicht zu anderen psychischen Erkrankungen wie bei Männern.

Auch konnten die Forscher eindeutig nachweisen, dass die psychischen Erkrankungen nicht ursächlich für die verstärkte Aufnahme zuckerhaltiger Lebensmittel sind. Der regelmäßige Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln ist somit alles andere als ein sinnvolles Mittel, um der Psyche etwas Gutes zu tun, da es in vielerlei Hinsicht mehr schaden als nutzen wird.

Kommentar schreiben

Klicken Sie hier, um einen Kommentar zu schreiben