Schwangerschaft

Wie das Risiko einer Frühgeburt mit Bakterien in Vagina und Cervix zusammenhängt

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Eine aktuelle Studie zeigt, dass Mikroben in der Vagina und im Gebärmutterhals (Cervix) direkte Auswirkungen auf das Risiko einer Frühgeburt haben können. Jetzt hoffen Wissenschaftler, dass zukünftige Forschungsergebnisse zu Therapien führen könnten, die die nützlichen Bakterien fördern und die risikobehafteten reduzieren, um so eine vorzeitige Geburt zu verhindern. Bei Frühgeburten handelt es sich per Definition um Geburten, die vor Vollendung der 37.  Schwangerschaftswoche stattfinden. Die Frühgeburt ist die Todesursache Nummer eins weltweit bei Kindern unter 5 Jahren.

Babys, die zu früh geboren wurden, können mit ernsten gesundheitlichen Problemen konfrontiert sein, von denen einige lebenslang bleiben können. Dazu gehören u.a.  Gelbsucht, Atemprobleme, Sehverlust, Zerebralparese oder auch eine Behinderung des Gehörs.

Zusätzlich zu diesen gesundheitlichen Problemen für das Baby, sind  vorzeitige Geburten auch eine enorme emotionale Belastung für die Eltern.

Es gibt ganz allgemein viele Beweise dafür, dass Veränderungen der Mikroorganismen, die in und an unserem Körper leben, eine wichtige Rolle bei Gesundheit und Krankheit spielen. So haben Wissenschaftler zum Beispiel entdeckt, dass Mikroben im Darm in der Lage sind, die Genexpression zu verändern. Auch können Bakterien auf der Haut die Freisetzung eines Enzyms ermöglichen, das gegen Krankheiten schützt.

Bei einigen Studien wurden möglichen Verbindungen zwischen Frühgeburten und den Mikroorganismen des Gebärmutterhalses und der Vagina ermittelt, die inzwischen nach ihrer Zahl und ihrem Umfang kategorisiert werden konnten.

Für ihre Untersuchung untersuchten die Forscher die Mikroben in vaginalen Tupfern von 1.500 schwangeren Frauen, die zu drei verschiedenen Zeitpunkten während der Schwangerschaft entnommen wurden: während der 16-20 Schwangerschaftswoche (SW), 20-24 SW und 24-28 SW.

Das Forscherteam stellte fest, dass das Risiko einer Frühgeburt abhängig von bestimmten Arten von Mikroben variierte.

Insbesondere waren höhere Zahlen an Bifidobacterium und Lactobacillus mit einem niedrigeren Risiko einer vorzeitigen Geburt verbunden, während eine höhere Zahl von einigen anaeroben Bakterien mit einem höheren Risiko verbunden war.

Das Team bestätigte die Ergebnisse in einer zweiten Analyse, bei der die Proben von 616 Frauen in den Schwangerschaftswochen 22-32 ihrer Schwangerschaft gesammelt und analysiert wurden.

Die Studienleiterin an der Medizinischen Hochschule der Universität von Pennsylvania, Prof. Elovitz, hofft auf die Möglichkeit, zukünftig einen wirksamen Weg zu finden, die „schlechten“ risikobehafteten Bakterien zu reduzieren oder die Anzahl der „guten“ Bakterien zu erhöhen, um so eine wirksame Möglichkeit zu haben, vorzeitige Geburten zu verhindern.

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