Hygiene

Händewaschen mit kaltem Wasser genauso effektiv wie mit warmem Wasser

Händewaschen
© Volodymyr Shevchuk / Fotolia

Die meisten Menschen bekommen bereits im Kindesalter beigebracht, dass man die Hände immer mit heißem Wasser und Seife waschen sollte, um Keime effektiv zu beseitigen. Viele Leitlinien zur Hygiene fordern ausdrücklich das Händewaschen mit warmem Wasser. Aber gibt es überhaupt wissenschaftliche Beweise, die diese Forderung und Empfehlung untermauern können?

Eine häufige Begründung für die Empfehlung heißes Wasser zu verwenden besteht darin, dass heißes Wasser die Seife stärker schäumen lässt und somit besser bei der Beseitigung der Keime hilft. Allerdings konnten bisherige Forschungsergebnisse diese Behauptung nicht stützen und es gibt somit keinen wissenschaftlichen Beweis, dass heißes Wasser effektiver ist. Neue Ergebnisse deuten gar daraufhin, dass kaltes Wasser nicht weniger effektiv ist wie heißes Wasser.

Eine Studie durchgeführt von Wissenschaftlern der Rutgers University untersuchte die Wirkung verschiedener Faktoren wie das Volumen der Seife, die Wassertemperatur,  die Schaumzeit und die Handwaschwirkung der Seife, wie sie auf dem Produkt formuliert wurde.

Zu Beginn der Studie nutzten die Teilnehmer 1 Milliliter nicht antibakterielle Seife bei einer Wassertemperatur von 38 °C.

Bei dem untersuchten Bakterium handelte es sich um einen nichtpathogenen Stamm von Escherichia coli.

Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von heißem und kaltem Wasser bei 20 Freiwilligen, bestehend aus 10 Männern und 10 Frauen. Jeder Test wurde 20 Mal über einen Zeitraum von 6 Monaten repliziert. Während dieser Zeit wuschen die Teilnehmer ihre Hände in Wasser, das 16 °C, 26 °C oder 38 °C war. Die Menge der verwendeten Seife unterscheidet sich auch, wobei die Teilnehmer ihre Hände mit 0,5 Milliliter, 1 Milliliter oder 2 Milliliter einseiften.

Insgesamt zeigte sich, dass die Verwendung einer antimikrobiellen Seife nur minimal effektiver war als die Verwendung einer normalen Seife.

Wichtig ist, dass die Wassertemperatur keine signifikanten Auswirkungen auf die Bakterienreduzierung hat. Ob es sich um 38 °C oder 16 °C handelte, spielte keine Rolle, da die Forscher keinen Unterschied bei der Bakterienreduktion feststellen konnten.

Zudem zeigte die Studie, dass selbst kurzes Händewaschen, beispielsweise nur für 10 Sekunden, effektiv genug ist, um Keime zu beseitigen.

Prof. Donald Schaffner, der Autor der Studie, ist ein angesehener Professor und Spezialist für Lebensmittelwissenschaften. Er ist der Meinung, dass sich die Leute wohlfühlen müssten, wenn sie ihre Hände waschen und nichts gegen den Einsatz von warmem Wasser spricht, aber kaltes Wasser genauso effektiv sei, da durch die Studie nachgewiesen werden konnte, dass die Wassertemperatur keine Rolle spielt.

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