Entwicklungsstörungen

Gehirnscan bei Babies kann Wahrscheinlichkeit für Autismus prognostizieren

Radiologin bei der Arbeit
© rocketclips / Fotolia

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die in der Regel bereits vor dem dritten Lebensjahr auftritt. Wissenschaftler der University of North Carolina at Chapel Hill ist es nun gelungen, über einen Algorithmus, der die Gehirnscans von 6 Monaten alten Babys auswertet, festzustellen, ob diese Symptome von Autismus entwickeln werden, sobald sie das zweite Lebensjahr erreichen. Dieser Durchbruch dürfte es bald möglich machen, Autismus frühzeitig zu behandeln, noch bevor die ersten Symptome überhaupt eintreten.

Bei ihrer vorangegangenen Arbeit haben die Forscher festgestellt, dass Bündel von Nervenfasern im Gehirn bei Säuglingen, bei denen es ältere Geschwister mit Autismus gibt, sich anders entwickeln als bei Säuglingen ohne diesen familiären Risikofaktor. Die Veränderungen sind in der weißen Materie im Gehirn bereits 6 Monate nach der Geburt durch einen Scan sichtbar.

Für die neue Studie haben die Forscher fMRI-Gehirnscans von 59 schlafenden Säuglingen, die alle 6 Monate alt waren und ältere Geschwister mit Autismus hatten, was ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Autismus darstellt.

Die Scans sammelten Daten aus 230 Hirnregionen und zeigten die 26.335 Verbindungen zwischen ihnen. Als das Team dann die Kinder im Alter von 2 Jahren erneut untersuchten, wurden 11 mit einem autismusähnlichen Zustand diagnostiziert. Das Forscherteam verwendete daraufhin die Gehirnscans und Verhaltensdaten vom Zeitpunkt, als die Babys 6 Monate alt waren und sowie vom Zeitpunkt als die Kinder 2 Jahre alt waren, um ein maschinelles Lernprogramm zu trainieren und hierdurch Gehirnverbindungsmuster zu identifizieren, die mit späteren Autismussymptomen verknüpft werden könnten.  Zu den typischen Symptomen gehören dabei Schwierigkeiten mit der Sprache oder soziale Probleme mit anderen.

Nach dem Training benutzte das Programm nur die Muster aus den Scans der 6 Monate alten Gehirnen, um vorherzusagen, welche der Kinder im Alter von 2  Jahren Symptome von Autismus zeigen würden. 9 der 11 Kinder mit autismusähnlichen Symptomen erkannte das Programm richtig.

Die Studie bestätigt, dass Autismus sich durch Veränderungen im Gehirn manifestiert, noch bevor die Verhaltenssymptome überhaupt auftreten, und dass Autismus nicht auf Umwelteinwirkungen zurückzuführen ist, ebenso wenig auf Impfungen, wie es teilweise von Verschwörungstheoretikern behauptet wird.

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