Psychische Krankheiten

Den Stress einfach wegreden

Bild Stress im Alltag
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Immer mehr Menschen klagen unter Stress zu leiden, vom Schüler bis zum Geschäftsmann. Ebenso breit gefächert sind die vermeintlichen Stressminderer, von Meditation bis zu Sport gibt es verschiedene Dinge, die wir tun können, um negativen Stress zu bekämpfen und den Körper gesund zu halten. Forscher sind jetzt aber zum Ergebnis gekommen, dass es eine weitere unkomplizierte Methode gibt, mit der sich der Stresslevel reduzieren lässt.

Die Wissenschaftler der Michigan State University untersuchten die neuropsychologische Wirkung des Sprechens mit sich selbst in der dritten Person und wie sich dies auf die Psyche bzw. die eigenen Emotionen auswirkt. Die Hypothese der Forscher war, dass man durch Selbstgespräche in der dritten Person, einen dringend benötigten psychologischen Abstand gegenüber sich selbst erreicht, der es ermöglicht die Kontrolle über die eigenen Emotionen zu behalten und Stress zu minimieren.

Die Studie wurde in der Zeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht und besteht im Wesentlichen aus zwei neurowissenschaftlichen Experimenten.

Im ersten Experiment, das im klinischen Labor durchgeführt wurde und von Prof. Jason Moser, von der Michigan State University, geleitet wurde, wurden die Teilnehmer aufgefordert, emotional aufrüttelnde Bilder zu betrachten, so z. B. einen Mann, der mit einer Pistole auf den Kopf einer anderen Person zielt, aber auch neutrale Bilder, die normalerweise keine emotionale Reaktion auslösen sollten. Die Probanden mussten sich die Bilder sowohl aus der Ich-Perspektive als auch aus der Perspektive einer dritten Person ansehen. Die Hirnaktivität der Teilnehmer wurde während der Tests mit einem Elektroenzephalografen (EEG) überwacht.

Unter Bezugnahme auf sich selbst in der dritten Person reduzierte sich die Hirnaktivität der Teilnehmer bei jenen neuronalen Mechanismen, die an der Regulierung von Emotionen involviert sind – und das innerhalb von nur einer Sekunde. Interessanterweise zeigte die Hirnaktivität – wie vom Elektroenzephalografen aufgezeichnet – keine Zunahme der kognitiven Kontrollmarker, was darauf hindeutet, dass die Strategie bei der Bewältigung von Stress gut wirksam ist.

Im zweiten Experiment wurden die Teilnehmer aufgefordert, sich an emotional bedrückende Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit sowohl in der ersten als auch in der dritten Person zu erinnern. Diesmal wurde jedoch die Hirnaktivität mit einem funktionellen MRT (fMRI) überwacht. Das zweite Experiment zeigte eine verminderte Aktivität im medialen präfrontalen Kortex, einem Gebiet, von dem bekannt ist, dass es ein Marker für selbstreferenzielle emotionale Verarbeitung ist. Die „Dritte-Person-Technik“ führte somit zu einer Verringerung der Aktivität in jenem Gehirnbereich, der bei der Verarbeitung von schmerzhaften autobiografischen emotionalen Erinnerungen beteiligt war. Ein klarer Hinweis darauf, dass das Sprechen mit sich selbst in der dritten Person eine unkomplizierte Art sein kann, negative Emotionen und Stress zu reduzieren.

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